deutsche Klassenlotterie





     
Für Sie getestet:

Lottoland & Co:
Die Hoffnung stirbt zuletzt!


"Klassenlotterien in Deutschland"
Klassenlotterien in Deutschland: 
Nix als Pomp und Augenwischerei
Gerade bei den staatlichen, alt-ehrwürdigen Klassenlotterien sollte man doch meinen, dass es hier besonders fair, ehrlich und transparent zugeht. Ein halbes Jahr Teilnahme bei der Süddeutschen und Norddeutschen Klassenlotterie haben uns eines Besseren belehrt. Drei Redakteure spielten mit, um für unsere Leser zu testen, wie toll die Treffer-Ausbeute bei den angekündigten Top-Gewinnchancen tatsächlich ausfallen würde.
Vorab unter'm Strich:
Schlimme Sache: In den Deutschen Klassenlotterien wird gemauschelt, gemogelt und gelogen!


  Mit Promis auf Dummenfang...



Unsere Promis 'saufen' nicht nur für den Regenwald. Wer 'in' ist und etwas Glamour mitbringt, mit dem werden nur allzu gerne von den Klassenlotterien (manchmal für seeeeeehr viel Geld) blauäugige Gutgläubige geködert. Prominenz, das weiß man in den Konzernen und deren Werbeagenturen, zieht immer. Dass die meisten dieser Promis vermutlich nicht einmal einen Blick auf die AGB der Veranstalter geworfen haben oder gar das undurchsichtige Spielsystem hinterfragten, daran denken die wenigsten.







Unsere Klassenlotterien im Härtetest: 
1. Kaum verständliche Spielregeln
Das Wort 'Transparenz' scheint bei den deutschen Klassenlotterie-Veranstaltern ein absolutes Fremdwort zu sein. Kaum einer versteht den Ablauf dieses jeweils über sechs Monate laufenden 'scheinbaren Gewinnregens' wirklich. Dies hat zur Folge, dass sich der Veranstalter praktisch jeden Kunden einzeln erkämpfen muss. Dafür werden privaten Losverkäufern (Anbieterfirmen) so lange satte Provisionen bezahlt, (Monat für Monat, Jahr für Jahr) wie die es schaffen, den Neukunden für die Lotterien und die ebenfalls angebotenen 'Zusatzlotterien' (immer 6 Monate) bei der Stange zu halten.

Fazit: Emotions-Gehirnwäsche pur! Der Kunde muss weiterhin aus einer niemals versiegenden Ideen-Quelle die Hoffnung schöpfen können, dass er 'schon bald' mit der scheinbar sicheren Superchance endlich seinen Millionengewinn ergattern wird. Das gelingt den Machern rund um das Geschäft mit den Klassenlotterien übrigens hervorragend. Dass sie sich jedoch als 'staatliche Glückslieferanten' auf dem Niveau von Lottoland & Co wohl fühlen, finden wir recht skandalös.


2. Der wirksame Trick mit den Gewinn-Nummern
Zu den übelsten Augenwischereien der deutschen Klassenlotterien gehört die Tatsache, dass seit Jahrzehnten sorgsam darüber gewacht wird, Begriffe wie 'Gewinne' (ohne ein 'r' am Ende) statt 'Gewinner' zu verwenden. Nur so nämlich kann man die zig-Tausend Nieten die im Laufe einer Spielphase nie zur Auszahlung kommen, gekonnt verschleiern. Und nur so lässt sich die Legende von der 'irre guten Chance von 1 zu 3 Millionen' immer und immer wieder anwenden.

Was man so deutlich leider nicht nachlesen kann:
Gezogen werden 7stellige Losnummern aus dem Angebot von insgesamt 3 Millionen Losen, beginnend bei 000.000.1 bis 3.000.000. Ein solches Los besteht jedoch korrekt betrachtet aus 16 kleinen Teillosen. Ein sogenanntes 'ganzes Los', ist in der Praxis somit eine Sammlung von vielen kleinen Teillosen und kostet entsprechend auch 16 mal mehr als ein einziges Teillos.

Die nebenstehende Graphik zeigt die Aufteilung einer realen Losnummer (hier die Nr. 1.234.567). Die 16 Felder von A bis P
markieren jeweils den sogenannten 1/16 Gewinn (das 16tel Los) wie im Beispiel das hellgrüne Teillos Nr. 1.234.567 P (unten rechts).

Das komplette Angebot (von A bis P) entspricht somit einem ganzen Los (1/1) und kostet 160.- Euro im Monat. Ein halbes Los (1/2) – im Beispiel hellblau, A bis H – kostet 80.- Euro; das Viertellos (1/4) kann man für 40.- Euro erwerben (Beispiel Lilafarben, I, K, M, O oder I, J, K, L). Dann gibt es noch das Achtellos (1/8) mit zwei Spielanteilen (z.B. J und L oder A und B) zum Preis von 20.- Euro und letztlich das Einzellos (1/16 = beliebiger Buchstabe) für 10.- Euro.

Im Klartext: 3 Millionen Losnummern, aufgesplittet in je 16 Anteile pro Losnummer entsprechen tatsächlich 48 Millionen Losabschnitten. Gewinnt ein ganzes Los z.B. 100.000 Euro, dann wird der Gewinn unter den jeweils 16 Anteilen aufgeteilt. Im Beispiel wären das pro Anteil nur schlappe 6.250.- Euro. Und nur wenn man alle 16 Anteile für insgesamt 160.- Euro gekauft und bezahlt hat, erhält man im Gewinnfall einen Gesamtgewinn in Höhe von 16 x 6.250 = 100.000 Euro. Ähnliches geschieht, wenn man beim normalen Lotto 6 aus 49 in einer Spielgemeinschaft von 16 Personen mitspielt, unter denen im Gewinnfall dann ebenfalls der Kuchen geteilt werden muss...

Theoretisch müsste man also 3 Millionen ganze Lose zu je 160.- Euro erwerben (das sind 400 Millionen Euro!) um garantiert mit dem Beispiellos von oben (100.000.- Euro) zu gewinnen. Ziemlich happig, oder...?



Die immer wieder so gerne zitierte reale Chance von 1 : 3 Millionen gilt also tatsächlich nur für eine  Gewinn-Nummer , nicht aber für die 16 Kleinanteile darauf. Wenn Ihr Spielschein z.B. die Nummer  2.134.213  A   trägt, dann liegen die Chancen bei gruseligen 1: 48 Millionen, dass darauf ein (oft sehr bescheidener) Gewinn fällt.  

Vergleich: Beim EuroJackpot liegen die Chancen bei der 2. Gewinnklasse (6 statt 7 Richtige) bei eins zu sechs Millionen (!). Und da können schon mal (statt 6.250.- Klassenlotterie-Euros) satte 20 Millionen Euro in der Kasse klingeln. Bei deutlich geringerem Einsatz.









3. Auch Millionen unverkaufte Losnummern gewinnen Traumhäuser
Nur etwa 30% der angebotenen Losnummern sind 'echte' von Mitspielern erworbene Anteilscheine (Quelle: hausintern). Diese landen praktisch mit den 70% Nieten in einem großen Topf aus dem nun die Gewinn-Nummern gezogen werden. Angesichts des krassen Übergewichtes von unbezahlten Nummern müssen somit zwingend 70% der vermeintlichen Super-Gewinne auf Losabschnitte fallen, die niemals zur Auszahlung kommen. Einfach deshalb, weil sie nicht verkauft wurden. Das sind allwöchentlich Massen an versprochenen Prämien, die zurück in den Topf der Klassenlotterien und an all jene wandern, die an den Lotterien mitverdienen (Bundesländer & Kommandit-Gesellschaften).

So kann man natürlich verbindlich ankündigen, dass Woche für Woche 'garantierte Gewinne' in Millionenhöhe an die 'Gewinn-Nummern' ausgeschüttet werden. Tatsächlich aber werden Traumhäuser, Autos, Millionengewinne, Schiffsreisen, hohe monatliche Super-Renten und sogar ganze 'Trauminseln', mit diesem Schummelsystem teilweise nie gewonnen, da bei jeder Ziehung auch zig-Millionen nicht bezahlte Anteile 'gewinnberechtigt' sind – rund 70 % sind immer gewinnberechtigte Nieten! Die von der NKL so gerne zitierte Wahrscheinlichkeit 'mit einem Los im Laufe der Lotterie einen Gewinn zu erzielen, läge bei über 50%' ist absolut unseriös. Allein um diese Phrase zu rechtfertigen finden hie und da sogenannte "Endnummern-Ziehungen' statt, in denen dann rechnerisch jede zweite Losnummer (nicht jeder zweite Teilnehmer!) u.a. eine Gratisnummer (das sogenannte 'Bonus-Los') für die kurze Spielzeit von einer Woche gewinnen kann. – Schlimm, schlimm, wie Staat und Bundesländer mit solch unseriösen Methoden leichtgläubige Menschen ködern...


Stolz hat man uns auf Anfrage zu diesem Missstand erklärt, dass die aufgelisteten Gewinne allerdings selbst dann garantiert seien, 'wenn nur eine einzige Person mitspielen würde'. Klar funktioniert das bei 1 zu 48 Millionen. Und selbst das kann man mit etwas gutem Willen werbemäßig toll verpacken! Fakt bleibt jedoch, dass ein einziger zahlender Mitspieler unter 48 Millionen Nieten – wie immer man es dreht und wendet – bei täglichen Ziehungen rund 133.330 Jahre benötigt, um mit seinem Buchstaben hinter der Nummer z.B. ein Auto, eine Reise oder ein Traumhaus zu gewinnen. Bei einem 16tel Los entspricht das jährlichen Kosten von 120 Euro bzw. in den rund 133.000 Jahren einem Einsatz von rund 16 Millionen Euro. – Hm... dann den BMW lieber doch schon heute kaufen und nicht in der Klassenlotterie mitspielen?

4. Der lukrative Sparstrumpf der Klassenlotterien
Damit sich dieses aufgeblähte System der Scheingewinne zumindest statistisch besser liest, wird ein um den anderen Tag (während unserer Testmonate 2016) entweder 1 Gewinn in Höhe von 1 Million Euro (auf ein ganzes Los, bzw. 62.500 Euro auf 1/16 Los) ausgespielt oder 100 Gewinne zu je 10.000 Euro (Gewinn 625 Euro auf 1/16 Los). Das Ganze, wie oben beschrieben, aus einem Riesentopf von Millionen Nieten! Theoretisch kann es sein, dass der Gewinn von 1 Million nicht nur auf eine von Tausenden Nieten fällt, sondern auf eine Nummer, die z.B. mit einem 16tel Los (1/16) belegt ist. Statt der Million werden in diesem Fall dann auch nur 1 x 62.500 Euro ausbezahlt. Der Rest (993.500.- Euro) wandert auch an diesem Freudentag in den fetten Sparstrumpf der Klassenlotterien.

Klassenlotterie-Auskunft dazu (GLK): "Aus der Sicht des einzelnen Spielteilnehmers ist es jedoch unerheblich, ob die gesamte Losauflage verkauft ist oder einzelne Lose unverkauft geblieben sind. Die Gewinnchance für jedes einzelne Los wird durch den Verkauf aller übrigen Lose nicht beeinflusst. Dem einzelnen Spielteilnehmer entstehen also weder Vor- noch Nachteile, wenn mehr oder weniger Lose verkauft werden. Die Trefferchancen eines Loses sind davon völlig unberührt."

Im Prinzip stimmt es sogar, das jedes einzelne Los die gleiche Trefferchance hat. Logisch. Leider jedoch auch auf die 70% Nieten im Topf. Es entstehen dem Spieler dadurch schon erhebliche Nachteile (und dem Veranstalter deutliche Vorteile), wenn sich in einem Topf von z.B. 100 Rummelplatz-Losen statt 70 nur 30 Gewinnlose befinden, obwohl jedes Los natürlich immer die gleiche Chance hat, gezogen zu werden – es kommt eben nur darauf an, was am Ende drauf steht: 'Gewinn' oder 'Niete'...

Über die tatsächliche Zahl  echter Gewinner  (nicht die so gern zitierten 'Gewinnlose' oder 'Gewinnnummern') schweigen sich die Klassenlotterien und die GKL (Gemeinsame Klassenlotterie der Länder, Anstalt öffentlichen Rechts) aus. Diesbezüglich antwortete uns die GKL:

"Grundsätzlich gilt bei der GKL das Spielgeheimnis (siehe auch § 14 der Spielbedingungen der 137. NKL), weshalb weder die Namen der Spielteilnehmer oder Gewinner, noch die Nummern von verkauften bzw. unverkauften Losen veröffentlicht werden ... Deshalb veröffentlicht unsere Organisation auch keine „Gewinner-Listen“ sondern monatlich Gewinnlisten, in denen alle während einer Klasse mit einem Gewinn gezogenen  Losnummern  aufgelistet werden."

Besonders hier wäre deutlich mehr Transparenz notwendig, schon damit die (mit aufwendiger Werbung) zum Teilnehmen animierten Interessenten eine halbwegs faire Möglichkeit bekommen, ihre realen Gewinnchancen einschätzen zu können. Monatliche Abrechnungen, wie die vom Losverkäufer Günther e.K. aus Bamberg, in denen bereits im Kopf des Schreibens wieder mal der Traum vom großen Geld beim Kunden implantiert wird, zeigen deutlich wie unseriös die Kunden bei der Stange gehalten werden (siehe Beispiel-Abrechnung). Hier wird dem Kunden u.a. ein möglicher  'maximaler Einzelgewinn'  in Höhe von 2.000.000 Euro suggeriert, die bei seinem Achtellos einfach nicht möglich sind. Er könnte sich bestenfalls 2 Millionen 'zusammenstoppeln', wenn er 16 mal bei einem Millionengewinn dabei wäre. Die Chance ist dort allerdings genau so groß, wie die Wahrscheinlichkeit, in einem halben Jahr vom Blitz 16 mal in den linken großen Zeh getroffen zu werden.


     GKL: Daten, Fakten und Lügenmärchen:
    DIE VERSPROCHENEN MILLIONENGEWINNE GIBT ES NUR AUF DEM PAPIER



Im regulierten Markt der erlaubten Glücksspiele dümpeln die Deutschen Klassenlotterien in den Bilanzen auf absteigendem Kurs seit Jahren vor sich hin. Nur das Geschäft mit den Sport- und Pferdewetten ist noch armseliger. Angeführt werden die Statistiken mit Bruttospielerträgen in Höhe von 5,3 Milliarden Euro von den Geldgewinn-Spielgeräten, Platz zwei nehmen Lotto 6 aus 49 & Co mit 3,6 Milliarden Euro ein, dann folgen die Soziallotterien (z.B. Deutsche Fernsehlotterie), danach die sogenannten 'Sparlotterien' der Raiffeisenbanken und Sparkassen und schließlich mit nur 198 Millionen Euro die von der GKL betreuten Klassenlotterien mit Rentenjoker, Eurojoker und was da noch so dranhängt.


Im Jahr 2014 lagen die Umsatzerlöse der GKL bei rund 350 Millionen Euro (für NKL und SKL). Wer von den beiden Veranstaltern etwas mehr oder weniger Umsatz machte, sei einmal dahingestellt. Um die immensen Augenwischereien der GKL zu verdeutlichen, reicht es, wenn wir jeder der beiden Klassenlotterien die Hälfte der Jahresumsatzerlöse in Höhe von 175 Millionen Euro zubilligen. Mehr Geld nehmen sie nicht ein, mehr können sie also auch nicht verteilen.

Jede dieser beiden Lotterien führt pro Jahr zwei 6-monatige Klassenlotterien durch. Dadurch halbieren sich für die NKL und SKL noch einmal die Erlöse auf je 87,5 Millionen pro Spielphase. Und noch einmal in aller Deutlichkeit: Mehr hat man nicht zur Verfügung, um sie als Gewinne auszuzahlen.


Die Gewinnausschüttung beläuft sich auf ca. 50% des Bruttoumsatzes, womit von den zur Verfügung stehenden 87,5 Millionen Euro pro Klassenspiel (6 Monate) nur etwa 44 Millionen Euro als Gewinn zur Verfügung stehen (ca. 7,4 Millionen pro Monat). Versprochen werden jedoch Milliarden an Gewinnen (siehe kompletten Spielplan NKL, 2016).

Wunderbare Vermehrung
Bei einer zur Verfügung stehenden Gewinnsumme von ca. 45 Millionen Euro für den Ablauf einer 6-monatigen Klassenlotterie-Phase stellen die GKL-Lotterien hingegen Gewinne in einer Höhe von 1.623.330.000.- Euro in Aussicht. Das sind rund 1,6 Milliarden bzw. 1.623 Millionen Euro. Eine solch wunderbare Vermehrung, die vom Gesetzgeber nicht einmal geahndet wird, weil sie selbst ein gewinnbringender Teil des Gesetzgebers ist – eine solche wunderbare Vermehrung schafft in der Wirtschaft nur noch die Deutsche Bank. Auch die jongliert mit Milliraden, obwohl sie nur über ein Eigenkapital von 4% verfügt.




Bei zwei Spielphasen pro Jahr und zwei Veranstaltern (Süddeutsche und Norddeutsche Klassenloterie) werden also pro Jahr Gewinne in Höhe von ca. 6,5 Millarden Euro in Aussicht gestellt, bei einem tatsächlichen Umsatzerlös von 350 Millionen. Das ist sehr viel weniger als die Zahl hinter dem Komma von 6,5 Milliarden...

 






     Erfahrungsbericht:
     Extra gruselig: Lotterieeinnahme Günther e.K. Bamberg
    Betrug, oder 'nur' schlampiger Umgang mit unseren Millionen?



Werbe-Ikone Uwe Seeler
Geld stinkt nicht. Einer unserer Redakteure meldete sich mit einer Auslands-Adresse beim Lotterieverkäufer Günther e.K. (Bamberg) an. Da Personen mit Wohnsitz im Ausland offiziell nicht an deutschen Lotterien teilnehmen dürfen, Geld aber nicht stinkt, fanden zwei Lotterie-Einnehmer in unserem Test rasch eine Möglichkeit, das eigentlich notwendige Anmeldeprozedere für ein Online-Spielerkonto zu umgehen. – In der letzten Märzwoche 2016 wurden pünktlich die ersten Beträge bei den Spielern abgebucht. Toll. Es konnte endlich losgehen!


Der Spielplan für die erste Woche sah beeindruckend aus (hier ansehen). Gleich am Anfang eine Million, 5x 100.000.-, 30x 10.000.-, 300x 1.000.- und 180.000 mal 160 Euro! Wow! Das haut einen um! Dann ging es weiter mit täglichen Millionen und 10.000-Euro-Gewinnen. Unseren Testern kribbelten beim Blick auf den Spielplan vor Aufregung die Finger...

Leider schickte uns die Lotterieeinahme Günther e.K. keine Losnummer zu. Nach mehrmaligen Reklamationen, dass das Spiel bereits seit Tagen an uns vorbei laufe, da wir nicht kontrollieren könnten, ob wir etwas gewonnen hätten, teilte man uns dann endlich nach 8 Tagen (!) die Losnummer mit und nach 11 Tagen gab es sogar ein ausgedrucktes schönes Los-Zertifikat, das optisch an eine wertvolle Aktie erinnerte. Unterschrieben per Hand von Herrn Günther persönlich (den es seit Ewigkeiten in der vom Oliver Jaster-Imperium im Jahr 2004 übernommenen Firma gar nicht mehr gibt. (Hinweis: Ich weiß nicht, ob diese elektronisch produzierte Unterschrift den Tatbestand der Urkundenfälschung oder den des vorsätzlichen Betruges erfüllt. Das müssen Rechtsexperten herausfinden...)

Wir gaben nun per e-Mail zu bedenken, dass die Verzögerung beim Versand der Losnummer aus unserer Sicht durchaus gewollt sein könnte. Mit dieser Methode könne man mögliche Gewinne der ersten Wochen selbst absahnen und uns dann – verspätet – eine Nummer zusenden, die nichts gewonnen hatte. Bei 1.000 Kunden wäre das u.U. ein durchaus lukratives, wenn auch rechtlich bedenkliches Nebengeschäft...

Antwort: man 'hätte uns doch am 8. April die Nummern zugeschickt...'

Ja eben, schrieben wir zurück. Aber erst am 8. April und nicht vor dem 1. April. Der Kunde habe mit einem solchen Trick keinerlei Möglichkeiten, irgendwelche Gewinne geltend zu machen...

Die Antworten waren immer ähnlich. Im Mai schien man endlich zu begreifen, was wir als Betrugsmöglichkeit in den Raum gestellt hatten und man schrieb uns, 'dieser Verdacht sei unbegründet, da man uns ja schon am 11. April das Los als PDF-Datei zugesandt hätte' und man solle mal im Mülleimer des Mailprogramms nachsehen, ob es vielleicht dort gelandet sei. So ganz hatte man es scheinbar dann doch nicht verstanden. Daher trugen wir nun frustriert im September den Fall der Mutter aller deutschen Klassenlotterien, der GKL, vor. Die verstanden nun endlich, dass wir auf eine mögliche Sicherheitslücke bei den Verkäuferfirmen hinzuweisen versuchten. Man werde den Fall genau prüfen, teilte man uns mit...

Das Ende der leidigen Geschichte:

"Dies" so schrieb man uns zurück, "sei auf einen internen Fehler in der Kommunikation bei der Lotterie-Einnahme Günther e.K. zurückzuführen. Nach Prüfung der Angelegenheit könne man uns jedoch mitteilen, dass dies kein Regelfall in der Abwicklung bei der 'Günther e.K.' darstelle, sondern eher als Einzelfall auf der Basis eines individuellen Fehlers einzustufen sei."

Amen.

Und schließlich (Auszug):






Wackelt sein Stuhl nach über 20 Jahren?
Heribert fühlt sich erpresst


Heribert Johannes Geng (das Ei rechts auf dem Foto) sieht aus wie der kumpelhafte Ortsvorsitzende eines CDU-geführten Kleinstadt-Gemeinderates. Als Bereichsleiter für Marketing und Vertrieb ist er u.a. seit rund 13 Jahren für die Kampagnen der Gemeinsamen Klassenlotterie der Länder (GKL) verantwortlich und speziell für die Süddeutsche Klassenlotterie, wo er es sich seit einigen dutzend Jahren recht gutgehen lässt. Dies auch zu Zeiten, in welchen nervige Call-Center mit dem Okay Gengs die Telefone der Deutschen mit ihrem Werbeantufen zumüllten.

Heribert Geng räumt ein, "dass etwa 20 Lotterie-Annahmestellen Verträge mit Call-Centern abgeschlossen hätten, die versuchen, per Telefon Lose zu verkaufen. Die dafür erforderlichen Telefondateien seien legal käuflich. Wer schon einmal an einem Preisausschreiben teilgenommen habe, sei in diesen Listen registriert..." Und – so Heribert Geng weiter – dass z.B. Günther Jauchs guter Name dabei als Verkaufshilfe diene, 'sei durchaus erlaubt'... ( Bericht lesen ).

Nachdem wir, von 6aus49.info, nun unsere Klassenlotterie-Recherchen nach einem Jahr abgeschlossen hatten, sandten wir Herrn Geng die Seite, die Sie jetzt gerade lesen, als pdf-Datei zu. Wir baten um Stellungnahme, die Beantwortung einiger Fragen bzw. um Richtigstellung möglicher falscher Angaben. Oder – das würde uns viel weitere Arbeit ersparen – man könnte unsere Ergebnisse auch käuflich zu einem fairen Preis erwerben und daraus Nutzen ziehen. Dann müssten wir sie nicht an den Mann bringen (Verlage suchen usw.) und der Kuchen wäre gegessen.

Als Antwort flatterte eine, wie wir meinen, recht dümmliche Geng-Empörung in unsere Mailbox:

"Sie verlangen Schweigegeld dafür, dass Sie vermeintlich richtige Informationen nicht den Medien preisgeben. Wir haben uns umgehend mit unseren Anwälten in Verbindung gesetzt und bewerten Ihr Anliegen als versuchte Erpressung und Nötigung und werden umgehend Strafanzeige gegen Sie stellen.

Sollten irgendwelche Medien Ihre Informationen veröffentlichen, machen diese sich eventuell der Beihilfe zur versuchten Erpressung und Nötigung strafbar. Sollten Informationen veröffentlicht werden, die nicht der Wahrheit entsprechen, werden wir Schadensersatzforderungen wegen wirtschaftlicher Rufschädigung gegen Sie geltend machen.

Die GKL arbeitet gesetzeskonform und wird regelmäßig durch Wirtschaftsprüfer geprüft. Sie können ganz sicher davon ausgehen, dass die Unternehmensleitung sich nicht erpressen lässt. Wir werden jetzt die weitere Verfolgung dieser Angelegenheit der Polizei und Staatsanwaltschaft überlassen."

Zitat Ende.

Nanu? Erpressung ohne anzufragen, welches Honorar uns denn für unsere Arbeit eigentlich vorschwebt? Wir hatten mit etwa 300 Euros für unsere Bemühungen gerechnet und schrieben zurück, dass wir eigentlich nur höflich und nett sein wollten und dass wir bitte immer noch auf eine Stellungnahme zum Geschriebenen (abgesehen von der "Erpressung") warten würden. Danach nur leider noch Schweigen. Man wird also unseren Rat vermutlich nicht befolgen. Na denn: machen wir's halt jetzt öffentlich, die Sache mit der GKL, die gesetzeskonform (?) den Mitspielern eine Gewinnchance von 1 zu 3 Millionen suggeriert.

Verbreiten Sie den Text. Sie haben unser Okay. Kostet nix. Aber bitte die Quelle angeben, damit man Ihnen keinen Strick draus drehen kann. Und nicht vergessen in Sachen Klassenlotterie und Halb- oder Jahresverträge: "Drum prüfe, wer sich ewig bindet."

Für uns ist es ein Skandal, was da abläuft.











 

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